Die Welt um mich herum ist die Welt, mit der ich lebe.

Was wünscht man sich als Stadtbewohner? Ein bisserl Grün und die Möglichkeit, die Finger in die Erde zu stecken. Was wünscht man sich auf dem Land? Vielleicht den einfachen Transport und die Schnelligkeit, schnell anzukommen. Beiden gemeinsam ist: Man kann meistens nicht alles haben. Man lebt im Kompromiss.

Mein Privileg: Ich habe das Glück, beides zu haben – den Balkon als Oase und den kleinen Pachtacker als Erdung. Privileg bedeutet für mich, das zu haben, was man liebt, ohne unter dem Kompromiss zu leiden.Die Welt um mich herum, die ist Welt, mit der ich lebe.

Beide Orte schenken mir Momente der Organisation, der Planung und der Pflege. Aber vor allem schenken sie mir unzählige Augenblicke des Beobachtens. Wie fein die Mitwelt um uns herum abgestimmt ist, wie verletzlich und unverwüstlich das Leben um uns ist. Die Zitterspinnen und Tausendfüßer, Schnecken, die am Acker ein Problem sind, am Balkon aber maßvoll bleiben, die zarten Anfänge der Maiskeime und die unverwüstliche Ausbreitung des Sedums.